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Lady Emma Hamilton als Bacchantin von JohnRaphael Smith
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Lady Hamilton zu Gast im Schloss Wörlitz
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Noch ruht der Vulkankegel friedlich in der Abendsonne
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Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei enem spektakulären Ausbruch
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Der feuersprühende Vulkan in Wörlitz.

„Eruption für Lady Hamilton”

Am 19. und 20. August wird in Wörlitz, jeweils zur Blauen Stunde (ca. 20.45 Uhr) der Vulkan auf der Insel Stein ausbrechen! Diese Nachricht soll keinen Schrecken hervorrufen, sondern pure Freude. Die Eruption ist eingebunden in ein zauberhaftes, künstlerisches Rahmenprogramm und ist selbst höchst eindrucksvolle Kunst.


Anlass

Eruptionen des Vulkans im Landschaftspark Wörlitz sind ohne Zweifel Höhepunkte, die nicht in jedem Jahr zu erleben sind. Mehr als 200 Jahre ruhte der Wörlitzer Vesuv, bevor er im Jahr 2005 wieder aktiv wurde. Es folgten künstliche Eruptionen in den Jahren 2006, 2010 und 2012 – jeweils zu besonderen Anlässen. Beweggrund für zwei spektakuläre Eruptionen in diesem Jahr ist die Ausstellung „Lady Hamilton. Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit” im Schloss Wörlitz, die unter großer Resonanz der Öffentlichkeit und der Medien am 4. Juni eröffnet wurde und noch bis zum 18. September 2016 zu sehen ist.

Emma Lady Hamilton (1765–1815) war eine der berühmtesten und umstrittensten Frauengestalten der Goethezeit. Ihr Aufstieg von der Tochter eines englischen Schmiedes zur Ehefrau des Britischen Botschafters Sir William Hamilton (1730–1803) in Neapel, die Freizügigkeit ihrer legendären Attitüden (Repräsentationen weiblicher Rollen aus der antiken Mythologie) und ihr Liebesverhältnis mit dem britischen Admiral Lord Nelson waren damals in aller Munde. Auch im Fürstentum Anhalt-Dessau war sie keine Unbekannte. Im Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ihr Name vor allem mit dem auf der Insel Stein errichteten klassizistischen Nachbau der „Villa Emma” in Neapel verbunden, einem Monument des Fürsten und späteren Herzogs Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) für den ihm freundschaftlich verbundenen Sir William Hamilton.

Die Insel Stein können Interessierte auch an beiden Veranstaltungstagen jeweils in der Zeit von 10 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr) besichtigen. Auch ein Kennenlernen der Lady Hamilton sollten sich Wörlitz-Besucher am 19. und 20. August nicht entgehen lassen. An beiden Tagen ist die Ausstellung im Schloss von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Rahmenprogramm und Veranstalter

Wie bei den vorangegangenen Eruptionen wird auch in diesem Jahr ein hochkarätiges Rahmenprogramm den Vulkanausbruch begleiten. Dieses wird von der Veranstaltergemeinschaft des Gartenreichsommers – bestehend aus dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Ringhotel »Zum Stein« Wörlitz, der Konzertagentur Cm Reimann GmbH Berlin und der Kulturstiftung DessauWörlitz – organisiert. Bereits wenige Tage nach Vorverkaufsstart waren beide Veranstaltungen ausverkauft. Das pyrotechnische Spektakel des Vulkanausbruchs mit akustischen und visuellen Elementen sowie die eindrucksvollen Eruptionen werden von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Spyra inszeniert.

Das Programm für Gäste, die im Vorverkauf Karten erworben haben, beginnt um 16.30 Uhr an der Gondelstation im Wörlitzer Park. Pünktlich werden hier die mit Speisen und Getränken eingedeckten Gondeln ab- und um 21.30 Uhr auch wieder anlegen. Während einer sommerlich-kulinarischen Gondelfahrt zur Insel Stein wird das Publikum von musikalischen und tänzerischen Einlagen des Opernchores und des Ballettensembles des Anhaltischen Theaters begleitet. Dort angekommen erwartet es eine kurzweilige Einführung und ein Konzert der Anhaltischen Philharmonie Dessau im antiken Theater. Nach der »Flucht« von der Insel Stein ist als krönender Abschluss vom Wasser aus der spektakuläre Ausbruch des Wörlitzer Vulkans zur Blauen Stunde zu erleben.

Zu diesem wunderbaren Ereignis mit Feuer, Wasser, Pyrotechnik und Akustik sind natürlich alle Interessierten herzlich willkommen, denn die Eruption ist von vielen Stellen des Landschaftsparks aus gut zu beobachten und auch zu hören.

Historischer Betrieb des Vulkans auf der Insel Stein

Die erste künstliche Eruption fand am 10. August 1794 – dem Geburtstag des Fürsten Franz aus Anlass der Fertigstellung der Insel Stein statt. Die historische Nutzung der Insel Stein zur künstlichen Nachahmung von Vulkanausbrüchen ist von mehreren zeitgenössischen und späteren Autoren beschrieben worden: Carl August Boettiger (1797), August Rode (1798), Charles Joseph de Ligne (1799) und Adolph Hartmann (1913). Historisch bestand die pyrotechnische Inszenierung des Vulkanausbruchs aus sechs Elementen:
  • Erzeugung von schwarzem Rauch und weißem Dampf in den Kaminen in der großen (Pumpen-)Kammer im unteren Teil des Kraters. Rauch und Dampf stiegen durch lange Schlote zu Öffnungen an der Spitze des Vulkans auf, wo sie „das Haupt des Berges in schwarze Gewölke” einhüllten [Rode 1798]
  • Anbringen von Lampen an einem Eisendraht, der in verschiedenen Abständen um den Krater herum läuft, um „das Feuer zu beleuchten, was der Berg auswirft, und der flüssigen Lava einen brennenden Glutschein zu geben” [Boettiger 1797]
  • Austritt von Wasser aus Augen, Nase und Mund aus einem Medusenkopf am Krater (Austrittsöffnung der Pumpenkammer), der, von Laternen, Feuern und Raketenblitz erleuchtet, „ganz natürlich wie geschmolzener Feuerstrom” aussieht [Rode 1798]
  • Ausfließen von Lava vom oberen Rand des Kraters, „welche(s) aus Schwefel, Kohle und Weingeist gemischt, rings um den Krater herab fällt und eine Art Lava wird” [de Ligne 1799]
  • Entfachen eines großen, intensiv brennenden Feuers in der oberen Feuerkammer des Kraters (ca. 6 m³) zur Erzeugung eines „Feuerauswurfes”, so dass „die Mündung des Schlundes die hohe, Millionen Funken sprühende Feuersäule gen Himmel erhebt” und Beladen des Kraters mit Feuerwerkskörpern: „Ist nun der Krater mit Pulverrädern und Schwärmern geladen, entzünden sich in schnellem Huy die aufgesteckten Lampenreihn und beginnt die schreckbare Explosion” [Boettiger 1797]
  • Absturz eines Wasserstroms aus dem Becken („Kratersee”), der sich „auf mehreren Seiten über die schroffen Felszacken vollends herab ergießt” [Boettiger 1797] bzw. „Eine im Innern des Berges angebrachte Maschine hob Wasser bis zum Fuße des Kraters, von wo es sich in stattlicher Kaskade brausend und schäumend über den Felsrand hinunter in den See stürzte, gleich der verderbenbringenden, flüssigen Lava.” [Hartmann 1913]

Die pyrotechnische Inszenierung des Vulkanausbruchs orientiert sich an dieser Abfolge. Aus Gründen der Sicherheit, des Umwelt- und Gewässerschutzes können aber nicht alle Effekte nach original historischem Vorbild realisiert werden. Anstelle von z. B. Schwefel und Teer kommen moderne Effekte und Brandmittel zum Einsatz, die heutigen Anforderungen entsprechen und den historisch beschriebenen Effekt erzielen.

Organisatorisches, Anfahrt und Parken

Da an beiden Veranstaltungstagen jeweils mehrere tausend Besucher erwartet werden, hat die Veranstaltergemeinschaft gemeinsam mit der Stadtverwaltung Oranienbaum-Wörlitz und dem zuständigen Polizeirevier Wittenberg Vorkehrungen getroffen, um Beeinträchtigungen für Anwohner und Besucher so gering wie möglich zu halten. Daher gilt an den Veranstaltungstagen für die Kreisstraße 20 42 zwischen Wörlitz und Riesigk ein absolutes Halteverbot. Die Besucher werden gebeten, die offiziellen Parkplätze im Stadtgebiet zu nutzen. Am 19. und 20. August 2016 werden der Großraumparkplatz am Wörlitzer Park (Coswiger Straße) und zusätzlich am 20. August ab 17 Uhr der sog. „Grüne Parkplatz an der Seespitze” (Sportplatz Wörlitz) geöffnet sein. Kräfte des Polizeireviers Wittenberg, der Feuerwehr und des Ordnungsamtes der Stadt Oranienbaum-Wörlitz sind an beiden Tagen im Einsatz und werden die Veranstaltung absichern. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Freihalten der Rettungswege und Zufahrten.

Zum Vulkanausbruch in Wörlitz erweitert die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn an beiden Tagen ihren Fahrplan mit zwei zusätzlichen Fahrtenpaaren zwischen Dessau und Wörlitz. Erste zusätzliche Hinfahrt ist um 18:50 Uhr ab Dessau, letzte Rückfahrt ab Wörlitz ist um 22:00 Uhr. Es gilt der normale Fahrpreistarif.

Bitte beachten Sie auch, dass um die Insel Stein herum ein Sicherheitsbereich eingerichtet wird, der ausschließlich von autorisierten Personen betreten werden darf.

 

 
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Interimsanschrift: Ernst-Zindel-Str. 8
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