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Der Englische Sitz erstrahlt in neuem Glanz
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Mit einem Schnitt wird das Gebäude freigegeben
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Die Übergabe fand große Beachtung in den Medien
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Medieninformation vom 11. Januar 2017

Englischer Sitz in Wörlitz dank Spendenmitteln restauriert

Die Restaurierung des Englischen Sitzes – des ältesten Bauwerks im Landschaftspark Wörlitz – ist abgeschlossen. Das kleine und dennoch so bedeutende Gartenbauwerk erstrahlt dank der neuen cremefarbenen Fassung der Fassade und dem schiefergedeckten Dach im neuen, alten Glanz.


Damit ist es als Ziel verschiedener Sichtachsen auch wieder von Weitem gut zu erkennen. Zudem ist es nun vor aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch eine Vertikalsperre im Fundament dauerhaft geschützt.

Erstes klassizistisches Bauwerk im Landschaftspark Wörlitz


Der 1765 errichtete Englische Sitz ist das erste klassizistische Bauwerk in den Wörlitzer Anlagen und gilt als das früheste Zeugnis dieses Stils in Deutschland. Angeregt wurde das Bauwerk von dem Erlebnis des Landschaftsparks in Stourhead, den der Fürst und spätere Herzog Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) und sein Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800) auf ihrer ersten Englandreise 1763 besuchten. Sowohl dieser Garten als auch der heute dort nicht mehr vorhandene „Temple on the Terrace” waren Vorbild für die ersten Schritte im Fürstentum Anhalt-Dessau auf dem Weg zu jener großartigen Landschaftsschöpfung, als die das Gartenreich bereits wenige Jahre später von den Zeitgenossen bewundert wurde.
Erstmals verwendete von Erdmannsdorff beim Englischen Sitz das sogenannte Palladio-Motiv: einen Rundbogen, der ein Portal überwölbt, das seitlich von schmaleren und niedrigeren Rechtecköffnungen flankiert ist. Über den Rechtecköffnungen befinden sich kleine Rundfenster (Oculi). Dieses Renaissancemotiv, das auf die römische Triumphbogenarchitektur zurückgeht, wurde bereits von Sebastiano Serlio (1475– ca. 1554) publiziert, weshalb es mitunter auch Serliana genannt wird. Niemand anders hat es jedoch mit solcher Bravour in Szene gesetzt wie Andrea Palladio (1508–1580). Der Englische Sitz ist der erste von mehreren, in ihrer Gestalt variierenden Garten- und Ruhesitzen, die von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff im Gartenreich Dessau-Wörlitz geschaffen worden sind.
Zuletzt hatte sich der Englische Sitz in einem sanierungsbedürftigen Zustand befunden. Über ein schadhaftes Dach sowie über das Fundament war Feuchtigkeit eingedrungen und hatte Dachstuhl, Gesimse und Putz geschädigt. Eine grundlegende Instandsetzung war unumgänglich geworden.
Finanzielle Unterstützung durch Spenden

Die Initialzündung dafür ist dankenswerter Weise von der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches e. V. mit der sogenannten „Spatenaktion” ausgegangen. Anlässlich des 250. Jubiläums des ersten Spatenstichs im Park sowie zum 250. Jahrestag der Errichtung des Englischen Sitzes hatte die Gesellschaft im Jahr 2015 eine Initiative ins Leben gerufen, Mittel zur Restaurierung des kleinen Bauwerks einzuwerben. 100 limitierte „Spendenspaten” wurden zum Verkauf angeboten. Die Spendenaktion brachte 4.100 Euro ein, die der Instandsetzung zugutekamen. Eine weitere private Spende in Höhe von 1.000 Euro von der Firma „BTS GmbH – Straßenbaustoffe, Lagerei & Logistik” aus Laatzen sowie 50.000 Euro aus Mitteln der Kulturstiftung DessauWörlitz vervollständigten die Finanzierung, so dass die Restaurierung im Jahr 2016 begonnen und zum Jahresende abgeschlossen werden konnte.

Restaurierung und ursprüngliche Farbfassung


Zunächst wurde der Dachstuhl saniert; das Dach erhielt eine neue Schieferdeckung sowie eine Dachentwässerung. Um das Gebäude auch vor Feuchtigkeitsnachschub aus dem Erdreich zu schützen, erhielt das Fundament eine Vertikalsperre. Anschließend wurde der schon mehrfach reparierte jüngere Zementputz abgenommen und durch einen authentischen Kalkputz ersetzt.
Als farbige Fassung der Fassade hatte man sich in den letzten Jahrzehnten an einen gelben Farbton mit weißen Absetzungen der Architekturglieder gewöhnt. Diese Sehgewohnheit muss nun aufgegeben werden. Der neuen Farbgebung ging eine akribische restauratorische Voruntersuchung voraus. Diese war deshalb besonders knifflig, weil es nur noch in wenigen Bereichen originale Putzreste gibt, die selbstverständlich bei der Restaurierung geschützt wurden. Die Untersuchung zeigte, dass die zuletzt sichtbare gelbe Fassung mit weißen Absetzungen nicht die ursprüngliche Fassung des Englischen Sitzes ist.
Bei seiner Entstehung war das kleine Bauwerk durchweg in einem cremefarbenen hellen Ton gefasst. Die Architekturglieder sollten allein durch ihr Relief wirken. Weiße Akzente bildeten lediglich die Büsten in den Oculi, den Sonnengott Apoll und eine Madonna darstellend, und die Gipsreliefs in den Nischen der Rückwand.
Der dem Original entsprechende Farbton auf dem Putz wurde nun mit mineralischem Bindemittel aufgebracht. Alle Sandsteinteile und die Büsten wurden mit Silikonharzfarbe gefasst.
 

 
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