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Neuerscheinung

„Lady Hamilton. Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit.”

Am 24. November 2015 ist im Festsaal des Schlosses Wörlitz das Begleitbuch zu den gleichnamigen Ausstellungen in Rom und in Wörlitz „Lady Hamilton. Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit” präsentiert worden.


Die Exposition in Rom ist noch bis zum 17. Januar 2016 in der Casa die Goethe zu sehen. In Wörlitz wird im kommenden Jahr eine erweiterte Präsentation angeboten. Die Ausstellungen und das Begleitbuch in Deutsch und Italienisch wurden von Prof. Dr. Dieter Richter, Bremen, und seitens der Kulturstiftung DessauWörlitz von Uwe Quilitzsch, Referatsleiter für Publikationen, Bibliothek und Archiv, kuratiert bzw. herausgegeben.

Emma Lady Hamiltons Aufstieg von der Tochter eines englischen Schmiedes zur Frau des Britischen Botschafters Sir William Hamilton in Neapel, die Freizügigkeit ihrer Attitüden und ihr Liebesverhältnis mit Lord Nelson waren in der Zeit um 1800 in ganz Europa im Gespräch und wurden unisono als Skandal gewertet.

Zum Buch

In dem reich illustrierten Buch, das im Michael Imhof Verlag erschienen ist, werden auf 256 Seiten überraschende Details zum Leben und zum Wirken einer der berühmtesten und heute noch umstrittensten Frauengestalten ihrer Zeit präsentiert. Als Autoren konnten namhafte Expertinnen und Experten gewonnen werden, darunter Ulrike Ittershagen, die über die Attitüden der Lady promovierte, und der bekannte Schriftsteller Martin Mosebach. In einem dokumentarischen Teil werden unbekannte Briefe aus der Korrespondenz von Emma Hart-Hamilton, William Hamilton, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach veröffentlicht. Die deutsch-italienische Publikation wurde von der Ernst von Siemens Kunststiftung finanziert. Sie erscheint als Band 36 der Reihe „Kataloge und Schriften der Kulturstiftung DessauWörlitz”.

Zur Ausstellung

Die von der KsDW initiierte und mit ihr entwickelte Ausstellung „Lady Hamilton. Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit”, ist am 24. September 2015 mit wertvollen Leihgaben der Kulturstiftung DessauWörlitz in der Casa di Goethe in Rom eröffnet worden. Die Terminierung der Vernissage geschah rein zufällig und konnte nicht passender sein: Es war der 265. Geburtstag der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau (1750–1811). Während ihrer Italienreise war die Fürstin 1796 in Neapel, besuchte den Botschafter Sir William Hamilton in dessen Residenz – traf aber nicht die Lady an. Stattdessen bewunderte sie die zahlreichen Porträts, die sich im Haus von ihr befanden und bedauerte, nicht das „Original” sehen zu können.

Zahlreiche dieser Porträts und viele weitere Exponate werden noch bis 17. Januar 2016 in Rom präsentiert. Vom 4. Juni bis 18. September werden sie dann, um viele attraktive

Exponate erheblich erweitert, im Haus der Fürstin in Wörlitz gezeigt. Es ist die erste Schau in Deutschland, die sich dem Leben und Wirken dieser in jeglicher Hinsicht bemerkenswerten Frau in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext und europäischen Handlungsraum widmet.

Emma Lady Hamilton

Emily Lyon wurde am 26. April 1765 als Tochter eines armen Schmieds in der Grafschaft Cheshire an der englischen Westküste geboren. 1778 verließen Mutter und Tochter das kleine Dorf und zogen nach London. Hier kam das talentierte Mädchen erstmals mit der großen Welt in Berührung. Bald wurde Emily von einem Frauenhelden entdeckt, verführt, entführt, geschwängert und letztlich verstoßen. Sir Charles Francis Greville, ein Neffe von Sir William Hamilton, dem britischen Botschafter in Neapel, nahm sie als Mätresse in seinem Haushalt auf. Emma, die sich nun Miss Harte nennen musste, hatte sich inzwischen zu einer Performance-Künstlerin entwickelt, die ihre Umgebung mit der Kunst der Attitüde zu verzaubern wusste. Der Lord bezog ein für seine vornehme Herkunft geringes jährliches Einkommen. Dennoch finanzierte er ihren Gesangsunterricht und erweckte ihr Interesse an Literatur und Kunst. Zudem brachte er ihr feine Sitten bei.

Grevilles Liebe zu Emma erkaltete bald, und er hoffte, seiner tristen wirtschaftlichen Situation durch eine lukrative Heirat zu entkommen, der jedoch Emma im Wege stand. So beschloss er, die inzwischen 21-Jährige zu seinem Onkel, der ihn unterdessen zum Universalerben eingesetzt hatte, nach Neapel zu schicken. Greville pries Emma in den höchsten Tönen an: „Sie werden in der schönsten Frau von London den besten Trost haben - Dichter und Maler würden sogar noch weiter gehen …” Zunächst sieht der leidenschaftliche Sammler Sir William Hamilton in Emma nur ein lebendes Kunstwerk. Bald verliebten sich beide aber ineinander, trotz eines Altersunterschieds von 35 Jahren. Sir William förderte die musischen Talente Emmas nach Kräften. Nach ihrer Heirat 1791 hieß die junge Frau Emma Lady Hamilton.

Der Diplomat führte das Haus eines Kunstkenners und -förderers. Es zählte zu den ersten Adressen in der Residenz. Beständig hielten sich hier Reisende auf, die Hamiltons Nähe suchten, seine Sammlungen an antiker Kunst begutachteten, ihn des Vesuvs und Emmas wegen konsultierten. Sie war die am häufigsten gemalte Frau des Jahrhunderts! 1786 bewunderte Goethe ihre Attitüden; 1790 war es der Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, der sich im Auftrag des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau am Golf aufhielt. Erdmannsdorff sollte frische Eindrücke im Süden Italiens sammeln, denn in Wörlitz entstand gerade mit der künstlichen Insel Stein eine einmalige, phantasievolle Anlage. Höhepunkte auf ihr sind der künstliche Vulkan und die Villa Hamilton, die als Symbol für die Freundschaft zwischen dem Fürsten und dem britischen Diplomaten, Antikensammler und Geologen steht. Sie zählt heute zu den reizvollsten klassizistischen Bauwerken in Deutschland.

Mit der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen wurde es unruhig am Golf von Neapel. Lady Hamilton verliebte sich in den größten britischen Seehelden jener Zeit: Lord Horatio Nelson, der seinerseits auch verheiratet war. Der Skandal wurde noch größer, da Sir William die Liaison duldete. Im Spätsommer des Jahres 1800 wurden Sir William und Nelson nach London beordert. Gemeinsam mit Emma folgten sie dem Ruf, wurden an manchen Höfen gemeinsam empfangen, an manchen nicht. Auf ihrer Reise, von Dresden kommend, erreichten sie mit einem Elbkahn am 14. Oktober auch Vockerode, wo es noch heute den Nelson-Hügel gibt. In London wird Sir Hamilton in den Ruhestand versetzt. Bis zu seinem Tode bleiben er, seine Gattin und Lord Nelson in einer ménage à trois verbunden.

1803 verstarb Sir William Hamilton und hinterlässt seiner Gattin kein Vermögen. Nelson fiel zwei Jahre später in der Seeschlacht von Trafalgar, und auch von ihm erbte Emma nichts. Die Liebe und die Kunst hatten ihr kein Glück gebracht. Völlig verarmt und auf der Flucht vor ihren Schulden starb Emma Lady Hamilton im Januar 1815 in Calais.


Eckdaten der Publikation


Lady Hamilton. Eros und Attitüde . Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit. // Eros e attitude. Culto della bellezza e antichità classica nell’epoca di Goethe.

Dieter Richter und Uwe Quilitzsch (Hrsg.)

23 x 30 cm, 256 Seiten, 117 Farbabbildungen, Hardcover, deutsch/italienisch

ISBN 978-3-7319-0269-0

Euro (D) 29,95, Euro (A) 30,80, CHF 34,40

Laufzeit der Ausstellungen:
Casa di Goethe Rom: 25.09.2015 – 17.01.2016
Wörlitz, Haus der Fürstin: 04.06. – 18.09.2016
 

 
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