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Schloss Mosigkau, Gartensaal/Gemäldegalerie
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Schloss Mosigkau in Dessau, Gartenseite
Schloss Mosigkau
© Alle Rechte vorbehalten.
Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715-1780)
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Geburtstagsblumen für die Prinzessin
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Die "Florae auf der Schlosstreppe in Mosigkau
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Irrgarten im Park Mosigkau bei Dessau
Irrgarten in Mosigkau
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12. bis 14. Juni 2015

Festveranstaltung zum 300. Geburtstag der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-​Dessau

Ihr Schloss Mosigkau und ihr Vermächtnis, das „Hochadelige Fräuleinstift Mosigkau” (1780-​1945)

Anlässlich des Geburtstages der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau, der sich am 13. Juni 2015 zum 300. Mal jährt, lädt die Kulturstiftung DessauWörlitz ein Wochenende lang zu einem öffentlichen Fest in ihr Sommerschloss nach Dessau-Mosigkau ein. Auf dem Festprogramm stehen neben Sonderführungen, einmaligen Vorträgen und Präsentationen auch Musik, Kulinarisches und, wie zu Lebzeiten der Bauherrin, gesellige Spiele.


Ort: Schlossanlage Mosigkau, Knobelsdorffallee 2-3; 06847 Dessau-Roßlau; OT Mosigkau
Termin: 12. bis 14. Juni 2015

Alle Interessenten sind herzlich willkommen!


Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Wegen der begrenzten Platzzahl insbesondere in den Räumen ist eine Anmeldung jedoch empfehlenswert.


Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715–1780)

Anna Wilhelmine kam in Dessau als achtes von zehn Kindern des Füsten Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676–1747) und seiner fürstlichen Gemahlin Anna Loyise, geb. Föhse (1677–1745), zur Welt. Sie wurde in Lesen, Schreiben, Rechnen, Französisch, Tanz und Religion unterrichtet. Ein Leben lang sollte die Lieblingstochter des Alten Dessauers die Ehrfurcht vor Gott begleiten. Anna Wilhelmine war vermutlich eine kühle Rechnerin und eine weitsichtige Strategin, denn es ist überliefert, dass sie sich für haushalterische Angelegenheiten interessierte und schon in ihrer Jugend als Bindeglied zwischen ihren Geschwistern und ihren Eltern fungierte.

Mit 27 Jahren bekam die zeitlebens unverheiratete Prinzessin von ihrem Vater das erste von zwei erbzinsfreien Gütern in Mosigkau geschenkt. Außerdem versah er die Kunstliebhaberin mit einer beachtlichen Apanage. So ausgestattet führte sie ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Aufgrund ihres klugen und sparsamen Wirtschaftens zählte sie in ihren späteren Jahren zu den finanzstärksten Frauen Anhalts. Als sie im August 1779 akribisch genau ihr Testament verfasste, verteilte sie ihren umfänglichen Besitz großzügig. So gingen beachtliche Beträge an treue Bedienstete. Der Hauptteil des Vermächtnisses – Schloss und Garten Mosigkau mit dem wertvollsten Inventar, der barocken Gemäldegalerie mit kostbaren Werken des 17. Jahrhunderts sowie drei Güter zur materiellen Versorgung und 70.000 Taler in Gold als Kapital – sollte jedoch in ihr zu gründendes Hochadeliges Fräuleinstift fließen. Gegen Ende ihres Lebens sah sie es als ihre wichtigste Aufgabe an, dieses protestantische Damenstift für Frauen aus dem verarmten anhaltischen Adel zu gründen, denn hier war die Anzahl der aus Mangel an Mitgift nicht zu verheiratenden Töchter besonders groß. Ursache dafür war die Politik ihres Vaters, der den Adel in seinem Fürstentum gezwungen hatte, seine Güter unter Wert an ihn zu verkaufen.

Das Schloss Mosigkau

Das nur wenige Kilometer westlich vom Dessauer Zentrum gelegene Schloss gilt als Perle des Rokoko. Es ist in Mitteldeutschland der einzige zu großen Teilen erhaltene Schlossbau des Spätbarocks. Im Volksmund wird die Anlage auch liebevoll „Das kleine Sanssouci” genannt. Erbaut wurde das Haus von 1752 bis 1757 im Auftrag von Prinzessin Anna Wilhelmine. Ihr Vater hatte ihr das Stubenrauchsche Gut samt der Ländereien geschenkt und mit der jährlichen Apanage in Höhe von 15.000 Reichstalern dafür gesorgt, dass sie ihren Bauherren- und Repräsentationswünschen und einem gehobenen Lebensstil in dieser Sommerresidenz in Mosigkau nachkommen konnte.

Anna Wilhelmine beauftragte den Landesbaumeister Christian Friedrich Damm (1721–1758) mit der Errichtung ihres Sommersitzes. Erste Entwürfe stammen möglicherweise von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753), dem Architekten von Sanssouci. Corps de logis, Kavalierhäuser und Wirtschaftsbauten gruppieren sich um den Ehrenhof.

Im Inneren des Schlosses können noch heute 24 Räume mit einem Großteil erhaltener Originalausstattung besichtigt werden. Den Kernbereich und Höhepunkt der Gesamtanlage bildet der Galeriesaal im Corps de logis. Der Raum birgt in vertieften Wandfeldern in einer in Deutschland einzigartigen barocken, d. h. lückenlosen Hängung bedeutende Gemälde, u. a. von Anthonis van Dyck (1599–1641), Peter Paul Rubens (1577–1640) gemeinsam mit Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625), Jacob Jordaens (1593–1678), Hendrick Goltzius (1558–1617) und Gerard van Honthorst (1592–1656). Das Schloss enthält außerdem eine umfangreiche Sammlung von Bildnissen anhaltinischer Fürsten.

Die hohen Fenster des Galeriesaales geben den Blick frei auf den südlich gelegenen kleinen Lustgarten. Dort locken die sommerlich-farbenfrohen Blumen des Parterres und die exotischen Kübelpflanzen, die Heckenpartien mit der Kegelbahnlaube, dem Fischteich und dem Irrgarten zum Verweilen ein. Zwei wie Torhäuser am südlichen Zugang gelegene Orangerien beherbergen bis heute die zum Teil Jahrhunderte alten Kübelpflanzen.

Nach dem Tod der Besitzerin wurde ihrem Wunsch entsprechend das Schloss in ein „Hochadeliges Fräuleinstift” umgewandelt, das bis 1945 existierte und insgesamt 46 ledigen adeligen Damen und acht Äbtissinnen Heimstatt war. Grund und Boden wurden mit der Bodenreform enteignet. Das Schloss und die Anlage gingen zunächst in die Stiftung Schloss Mosigkau und im Jahr 1997 in die Kulturstiftung DessauWörlitz über.

Das öffentliche Festprogramm in Mosigkau


Freitag, 12. Juni 2015


17:00 Uhr, Treffpunkt Ehrenhof
Feierliche Enthüllung der Gedenktafel zu Ehren der Prinzessin Anna Wilhelmine, eine der bedeutenden Frauen im 18. Jahrhundert
Musikalische Umrahmung – Kinderchor der Grundschule Kochstedt

Samstag, 13. Juni 2015


10:30 Uhr, Treffpunkt: Ehrenhof Eingang Kasse
Führung durch den Schlossgarten mit Ralph Wels, KsDW-Abteilung Gartendenkmalpflege

15:00 Uhr, Treffpunkt: An der Freitreppe der Südseite des Schlosses
Ausführungen zu den Skulpturen auf der Freitreppe, insbesondere zur Restaurierung der Plastik Flora von dem Restaurator und Bildhauer Bernhard Schellbach, Werkstätte Schellbach GbR

17:00 Uhr, Treffpunkt: Östlicher Pavillon, Raum Museumspädagogik
Aus dem Garten der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau
Vortrag von Kristina Schlansky, KsDW-Abteilung Schlösser und Sammlungen

Im Anschluss bis ca. 21:00 Uhr, Treffpunkt: vor dem Schlosscafé
Kleine Musik im Freien
Valeri Funkner , Leipzig, Akkordeon

Sonntag, 14. Juni 2015


11:00 Uhr
Festveranstaltung mit Musik, Sektempfang und Vorträgen
Musikalische Umrahmung – Concert du Soleil, Ensemble Sven Schreiber

„Zum Leben und Wirken der Schlossherrin Mosigkau, Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau”
Festvortrag von Kristina Schlansky, KsDW-Abteilung Schlösser und Sammlungen

12:30 bis 13:15 Uhr
Sektempfang mit kleinem Buffet (Selbstzahler)

13:45 Uhr
Die Bildergalerie der Anna Wilhelmine
Sondervortrag von Dr. Wolfgang Savelsberg, KsDW-Abteilungsleiter Schlösser und Sammlungen.

Ab 15:00 Uhr
Historische Spiele für drinnen und draußen
Im Schlossgarten an der Kegellaube: Boule, Murmelspiel, Steckenpferd
Im Ostpavillon: Gänsespiel, Domino, Kartenspiele

Ab 15:30 Uhr
Kaffee und Kuchen (Selbstzahler)

Anmeldungen zu den Vorträgen unter: 03 40–52 11 39 oder 0340-64 61 50
 

 
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