Seite drucken Fenster schliessen
 
Johann Joachim Winckelmann von Anton von Maron gemalt
© Alle Rechte vorbehalten.
mos 782
Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau
© Alle Rechte vorbehalten.
Der Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff
© Alle Rechte vorbehalten.
Winckelmanns Porträt in der Schlossbibliothek Wörlitz
© Alle Rechte vorbehalten.

Ausstellung vom 18. Juni bis 17. September 2017

Revolution des Geschmacks

Winckelmann, Fürst Franz und das Schloss zu Wörlitz

Ausstellung anlässlich des 200. Todestages des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und des 300. Geburtstages Johann Joachim Winckelmanns im Haus der Fürstin in Wörlitz


Das Jahr 2017 verbindet zwei, für die Geschichte der Antikenrezeption und des Klassizismus wichtige Jubiläen – den 300. Geburtstag des Vaters der Archäologie und Kunstgeschichte Johann Joachim Winckelmanns und den 200. Todestag seines Schülers und Bauherren des Wörlitzer Schlosses, des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau. Trotz ihrer so unterschiedlichen Herkunft verband den Dessauer Fürsten eine enge Beziehung zum Gelehrten Winckelmann, die sich nicht zuletzt in der Ausgestaltung des Wörlitzer Schlosses widerspiegelt.

Winckelmann wurde 1717 in Stendal als Sohn eines Schumachers geboren. Nach dem Studium in Halle und einer Tätigkeit als Hauslehrer und Bibliothekar kam er 1755 nach Rom. 1763 ernannte ihn Papst Clemens XIII. zum Unterbibliothekar der Bibliotheca Vaticana sowie zum Aufseher über die Altertümer des Kirchenstaates. In dieser Position besuchte Fürst Franz ihn am 25. Dezember 1765 und stellte sich folgendermaßen vor: "Ich bin von Dessau, mein lieber Winckelmann; ich komme nach Rom zu lernen, und ich habe Sie nöthig." Dieses Treffen, über das der Gelehrte im Anschluss ausführlich berichtete, mündete in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis und einer freundschaftlichen Beziehung, als deren gebautes Monument man das Wörlitzer Schloss bezeichnen kann. Über mehrere Monate hinweg führte Winckelmann den Fürsten sowie seine Begleiter, darunter den späteren Architekten des Schlosses, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, als Cicerone durch die antiken Stätten und Sammlungen in Rom.

Beeindruckt von diesen Eindrücken begannen Fürst Franz und von Erdmannsdorff kurz nach der Rückkehr von dieser Grand Tour mit den ersten Planungen für ein neues „Landhaus zu Wörlitz”, das in seiner architektonischen Neuartigkeit wegweisend werden sollte. Der von Erdmannsdorff entwickelte neue klassizistische Stil erwuchs ganz im Winckelmann’schen Sinne – „durch Nachahmung der Alten unnachahmlich zu werden”. Wie sehr Winckelmann bereits von den Plänen beeindruckt gewesen sein muss, belegt sein Wunsch: „Diesen göttlichen Mann widerum zu sehen und eine Reise nach Deutschland zu thun, welches gegen künftiges Frühjahr, […] nach Dessau geschehen wird” Das Schicksal wollte es anders, Winckelmann kehrte in Wien wieder um. Auf der Rückreise nach Rom fiel er einem Mord zum Opfer. Sein Tod mag zusätzlich dazu beigetragen haben, das neue Schloss in Wörlitz an seinen ästhetischen Postulaten auszurichten. Zahlreiche Elemente in der Schlossausstattung wie Plastiken, Reliefs und Wandmalereien beziehen sich auf von ihm beschriebene antike Werke. Selbst die Reihenfolge der Gemäldehängung korreliert mit Winckelmanns Kunstanschauungen.

In der Ausstellung im Haus der Fürstin in Wörlitz informieren Gemälde, Plastiken, Bücher, Grafiken und Handschriften über die engen Beziehungen zwischen Winckelmann und seinen Dessauer Freunden. Der Einfluss Winckelmanns auf die Gestaltung des Wörlitzer Schlosses wird hier wissenschaftlich präsentiert. Ein besonderes Denkmal der Verbundenheit ist das von Anton v. Maron für den Fürsten gemalte Bildnis Johann Joachim Winckelmanns, welches einst im Dessauer Schloss hing. Dieses und eine weitere Version aus Weimar werden hier nebeneinander zu bewundern sein.

Das Schloss selbst hat in diesem Jahr ebenfalls eine große Neuerung zu bieten: Anlässlich der Winckelmann- und Franzehrungen können seine Besucher erstmals nach vielen Jahrzehnten wieder alle Etagen, vom Keller bis hinauf zum Belvedere, komplett eingerichtet besichtigen. Dabei werden ihre Blicke besonders auf die Ausstattungsdetails gelenkt, die direkten Bezug zum berühmten Winckelmann haben.

 

Service

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Di – So, Feiertage 10 bis 18 Uhr

Eintritt:

6 €, ermäßigt 5 €. Kinder in Begleitung eines Erwachsenen frei.

Gruppenführungen ab 10 bis max. 20 Personen nach Anmeldung (5,00 € p. P. zzgl. 40,00 € Führungsgebühr)

Ort:

Haus der Fürstin, Landschaftspark Wörlitz, 06785 Oranienbaum-Wörlitz/ OT Wörlitz

T +49 (0) 34905 – 4090; E-Mail : Schloss-woerlitz@ksdw.de
www.gartenreich.com
Dank

Mit großzügiger Unterstützung

Kurator
Dr. Wolfgang Savelsberg
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Interimsanschrift: Ernst-Zindel-Str. 8
06847 Dessau-Roßlau
+49(0)340 / 64615-35
savelsberg@ksdw.de