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Jedermann ist eingeladen, es sich im "Haus des Sammlers" bequem zu machen und dabei die Sammlung zur Geschichte des Tabakanbaus in der Region näher zu betrachten.
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Der Anbau der Tabakpflanzen geht auf die Initiative der Gründerin von Oranienbaum zurück - Henriette Catharina (1637–1708), Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627–1693).
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Blick in die Ausstellung
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Einladend: Chesterfieldsofa
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Neueröffnung

Das „Haus des Sammlers -​ TabakCollegium” im Schloss Oranienbaum

Was man schon immer einmal über den Tabak aus Anhalt wissen wollte

Schloss Oranienbaum ist um eine Attraktion reicher. Im jüngst restaurierten, nördlichen Kavalierpavillon hielt das"Haus des Sammlers - TabakCollegium" Einzug.


Lange Tradition

Vor dem Hintergrund der langen Tradition des Anbaus und der Verarbeitung von Tabak in Anhalt haben sich die Kulturstiftung DessauWörlitz, die Stadt Oranienbaum-Wörlitz und der Oranienbaumer Verein AGORA e.V. entschlossen, diesem für die Geschichte der Region wichtigen Thema eine Dauerpräsentation zu widmen. In Anlehnung an die sogenannten Tabakskollegien, die ihren Ursprung im 17. Jahrhundert am preußischen Hofe hatten, trägt das „Haus des Sammlers” den Beinamen „TabakCollegium”. Dieses wurde im soeben restaurierten Nördlichen Pavillon des Schlosses Oranienbaum eingerichtet, in dem sich einst die Küchenräume der Bauherrin befanden. Henriette Catharina, Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627-1693) und Prinzessin aus dem Hause Oranien-Nassau (1637-1708), hatte hier ab 1683 ihren Sommersitz errichtet. Ab 1693 hat die Fürstin vermutlich aufgrund der wirtschaftlichen Erfolge der Tabakproduktion in ihrer niederländischen Heimat einem ersten Landwirt in Oranienbaum das Privileg zum Tabakanbau verliehen. Damit wurde auch der Tabakanbau in Oranienbaum eine Erfolgsgeschichte, an der die meisten Oranienbaumer Familien Anteil hatten.

Zahlreiche Utensilien aus der Tabakgeschichte

Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Tabakproduktion in Oranienbaum einen großen Aufschwung. In ihrer Blütezeit am Ende des 19. Jahrhunderts gab es 24 Tabakfabriken mit bis zu 166 Arbeitern. Hinzu kamen noch zahlreiche Heimarbeiter, die im Nebenerwerb Zigarren rollten. In vielen Haushalten in der Region Anhalt fanden sich noch Utensilien aus der Tabak-Geschichte: Kisten und Dosen, Kontorbücher, Briefe, Fotos, sogar Gerätschaften – und vor allem Pfeifenköpfe aus Porzellan, Keramik, Holz oder Horn. Die Ausstellungsobjekte informieren über die Ursprünge des Tabakanbaus, die Kulturpflanze Tabak und ihre Anbaumethoden sowie über die Geschichte der Tabakverarbeitung und stammen aus den Sammlungen des Vereins AGORA und der Kulturstiftung DessauWörlitz.

Neues Leben im „Haus des Sammlers” durch ungewöhnliche Konzeption


Von üblichen musealen Präsentationen abweichend, wird hier eine Sammlung in einem fiktiven privaten Ambiente inszeniert. Das Berliner Gestaltungsbüro gewerk design hat hierbei das Konzept der Kulturstiftung DessauWörlitz in acht Räumen in hervorragender Weise umgesetzt. Der Besucher wird überrascht sein von einer Einrichtung, die man in historischen Schlossräumen nicht erwartet. Das wohnliche Interieur mit den einladenden Chesterfieldsofas und den unaufdringlich angebrachten und aufgestellten Sammlungsstücken – ohne Vitrinen und die üblichen musealen Raum- oder Objekttexte – schaffen eine private Atmosphäre, die der einer Sammlerwohnung entspricht. Automatisch nimmt man auf den bequemen Sitzmöbeln Platz und kann sich in exquisit gestalteten kleinen Alben in die Geschichte(n) des Oranienbaumer Anbaus und die Fabrikation von Tabak hineinlesen. Oder aber man durchstreift die Wohnung und staunt über die zahlreichen interessanten und ungewöhnlichen Exponate. Besonders die alte Schwarzküche lädt zum Verweilen ein. Im Idealfall wird hier ein Herdfeuer brennen oder gerade ein Essen zubereitet, das hier zu speziellen Gelegenheiten stattfinden kann.

Investitionsprogramm Nationale UNESCO-Welterbestätten

Das „TabakCollegium” wurde maßgeblich durch das „Investitionsprogramm Nationale UNESCO-Welterbestätten – Projekt: Welterbestadt Oranienbaum” finanziert. Durch seine Einrichtung wird ein weiteres Mal die Bedeutung Oranienbaums als einzigartiger Ort deutsch-niederländischen Erbes in Deutschland unterstrichen. So war auch der letzte Besuch Ihrer Majestät Prinzessin Beatrix, vormals Königin der Niederlande, Ausdruck des Respekts und der Wertschätzung, den die königliche Familie diesem Ort, an dem die Wurzeln des jetzigen niederländischen Königshauses liegen, beimisst.
 

Informationen

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Jedermann ist dann zu den regulären Öffnungszeiten des Schlosses eingeladen, es sich in dem gemütlichen Domizil bequem zu machen und dabei die Sammlung zur Geschichte des Tabakanbaus in der Region näher zu betrachten.

Schloss Oranienbaum ist geöffnet vom 1. Mai bis 30. September 2015
Mai bis September:
Di–So, Feiertage:
10:00–17:00 Uhr

Der Eintritt ist im Ticket für das Schloss Oranienbaum enthalten (regulär 7,50 Euro).

Adresse / Kontakt
06785 Oranienbaum
+49(0)34904 / 2 02 59
schloss-oranienbaum@ksdw.de

Pressekontakt

Dr. Steffen Kaudelka
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Interimsanschrift: Ernst-Zindel-Str. 8
06847 Dessau-Roßlau
+49 (0)340 / 646 15 41
+49 (0)340 / 646 15 50
kaudelka@ksdw.de

Ansprechpartner Ausstellung

Dr. Wolfgang Savelsberg
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Interimsanschrift: Ernst-Zindel-Str. 8
06847 Dessau-Roßlau
+49(0)340 / 64615-35
savelsberg@ksdw.de