Das Gartenreich
Besuchen u. Entdecken
Die Stiftung
GartenreichLaden
Feiern u. Mieten
Helfen
Presseservice ​u. ​Bildarchiv
picture
  Aktiv werden | Testament | Restaurierungsbedarf | Plastiken | Fayencen für Oranienbaum | Ehrenamt | Mitglied werden
Erbprinz Joachim Ernst auf seinem Pony – selbstbewusst lächelnd schaut er Anfang des 20. Jahrhunderts in die Kamera. Noch ahnt er nicht, welche einschneidenden Umbrüche bevorstehen und wie eng sein persönliches Schicksal damit verbunden sind.
© Alle Rechte vorbehalten.
© Alle Rechte vorbehalten.
Heute befindet sich der Verwaltungssitz der Kulturstiftung DessauWörlitz im Schloss Großkühnau.
© Alle Rechte vorbehalten.

HELFEN SIE MIT!

Ein Denkmal für Joachim Ernst -​ Stiftungsvater der KsDW

Das Jahr 2018 wird für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz ein besonderes – sie feiert dann ihr 100-jähriges Bestehen. Am 30. Dezember 1918 wurde sie als Joachim-Ernst-Stiftung gegründet – benannt nach dem letzten anhaltinischen Herzog. Ihm zu Ehren plant die Stiftung ein Denkmal, das im Herzen der Stadt Wörlitz aufgestellt und an den Herzog erinnern soll. Für die Realisierung suchen wir ideelle und finanzielle Unterstützer!


Joachim Ernst von Anhalt-Dessau (*1901 in Dessau,† 1947 in Buchenwald) und die Gründung der Stiftung


Erbprinz Joachim Ernst gehört einer der bedeutendsten deutschen Dynastien an, die einst über weite Teile Deutschlands und mit der Zarin Katharina II. aus dem Hause Anhalt-Zerbst (1729–1796) sogar in Russland geherrscht hat. Am 11. Januar 1901 in Dessau geboren, reicht sein Stammbaum bis zum 12. Jahrhundert zurück. Keine Geringeren als Albrecht der Bär (1100–1170), Prinz Friedrich Heinrich von Oranien (1584–1647) und der Gartenreichgründer, Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817), gehören zu seinen Stammvätern. Auch wenn das Land zu den kleineren zählt, schaut es doch auf eine lange Tradition zurück und spielt immer wieder eine Vorreiterrolle.

Als im September 1918 sein Vater, Herzog Eduard von Anhalt (1886–1918), stirbt, kann ihm der Erbprinz nicht direkt auf den Thron folgen, da er noch minderjährig ist. Deshalb übernimmt sein Onkel Prinz Aribert (1864–1933) in Vertretung die Regierungsgeschäfte; keine leichte Aufgabe in dieser Zeit. Europa liegt in Scherben, der Erste Weltkrieg ist verloren. Am 9. November 1918 dankt der deutsche Kaiser Wilhelm II. ab. Damit endet die konstitutionelle Monarchie in Deutschland. Der Weg für eine Republik ist frei. Im Namen der anhaltinischen Herzogsfamilie verzichtet Prinzregent Aribert am 12. November 1918 auf den Thron. Damit endet in Mitteldeutschland die dort seit dem elften Jahrhundert andauernde Herrschaft der Askanier.

Öffentlicher Druck und die Auffassung, dass die Verwaltung des wertvollen Kunstbesitzes in die Hände des Staates gehört, führen dazu, dass unverzüglich Verhandlungen aufgenommen wurden. Das Ergebnis: Am 30. Dezember 1918 wird die „Joachim-Ernst-Stiftung” gegründet. Die nach dem einzigen im 20. Jahrhundert geborenen deutschen Bundesherzog benannte Stiftung übernimmt einen Teil der Bibliotheken, Schlösser und Gärten sowie land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz.

Das Schloss in Dessau, der Stammsitz Ballenstedt und auch Ländereien bleiben im Besitz der Familie, aber das Wirtschaften fällt schwer. Die Familie arrangiert sich. Der Herzog tritt wie viele Tausende in die NSDAP ein, ist aber kein glühender Anhänger. Seine weltanschaulichen Ansichten bringen ihm 1944 sogar eine dreimonatige Haftstrafe im Konzentrationslager Dachau ein, nachdem er ab 1939 mehrfach zur Zwangsarbeit verpflichtet worden war. Vorausgegangen war u. a. sein Widerstand gegen die Vereinnahmung der Joachim-Ernst-Stiftung durch die neuen Machthaber. Auch wurden Teile seines Landes der Kriegskasse zugeführt. Weder den Grund für die Verhaftung, noch für die Entlassung wird er nach eigenen Angaben je erfahren.

Als der Zweite Weltkrieg verloren und das Schloss in Dessau zerstört ist, schlägt er das Angebot der Briten aus, seine Familie und das Eigentum vor der Roten Armee zu retten. Er ist sich keines Unrechts bewusst. Den Familienstammsitz mit der Grablege Albrecht des Bären in Ballenstedt will er nicht verlassen. Eine tödliche Fehlentscheidung. Am 7. September 1945 wird er von der Roten Armee verhaftet und letztendlich im Speziallager 2 in Buchenwald inhaftiert, wo er am 18. Februar 1947 im Lagerlazarett verstirbt.

Kurz nach seiner Verhaftung wird der Familienbesitz von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) beschlagnahmt. Die Anhaltiner werden enteignet. Im Dezember flieht die Familie in den Westen. Nach der Wende in der DDR bemüht sie sich um seine Rehabilitierung wegen der unrechtmäßigen Verfolgung durch die SMAD sowie um die Anerkennung als politisches Opfer. Am 10. Dezember 1992 wird Herzog Joachim Ernst von Anhalt durch den zivilen Generalstaatsanwalt der russischen Förderation offiziell in vollem Umfang rehabilitiert.

Ein Denkmal für den Herzog

Jahrzehnte und damit einige gesellschaftspolitische Wendungen später ist aus der Joachim-Ernst-Stiftung die heutige Kulturstiftung DessauWörlitz hervorgegangen, deren Stiftungsinhalte Erhalt, Pflege, Erforschung und Vermittlung des Gartenreiches Dessau-Wörlitz – seit 2000 UNESCO-Welterbe – sind.

2018 begeht sie ihr 100-jähriges Jubiläum und möchte dabei nicht nur an die aufregenden Umstände ihrer Gründung und ihre beständige Geschichte, sondern auch an ihren Stiftungsvater Joachim Ernst von Anhalt-Dessau erinnern. Zu seinen Ehren plant die KsDW eine Stele, die im ehemaligen Schulgarten in Wörlitz - im Herzen der Stadt - aufgestellt und an den Herzog erinnern soll. Sein Schicksal fand in der öffentlichen Wahrnehmung bisher kaum Beachtung, was sich spätestens im Jahr 2018 ändern soll. Um dieses Ziel zu erreichen sucht die Stiftung nach Gleichgesinnten, die sich ideell und finanziell an der Realisierung dieses Denkmals beteiligen möchten.

Ein Entwurf für die Stele liegt bereits vor. Er stammt von dem bekannten Bildhauer Prof. Bernd Göbel aus Halle (Saale). Internationale Anerkennung erfuhr Bernd Göbel vor allem als Medailleur. Zu Göbels bekanntesten Arbeiten zählen zahlreiche Denkmale, Figurengruppen und Brunnen, die vor allem in Städten Mitteldeutschlands zu finden sind, aber auch vielfältige Medaillen und Plaketten. Entstehen soll eine Sandsteinstele in Form eines Obelisken, in das ein Bronzerelief mit dem stilisierten Porträt von Joachim Ernst sowie weitere Symbole eingearbeitet werden sollen.
 

 
Home | Glossar | Impressum
 
UNESCO Logo  
TIS
Kontakt

Für weitere Informationen zu unserem Vorhaben stehe ich gern zur Verfügung

Dr. Thomas Weiß
+49(0)3 40 / 6 46 15-40
weiss@ksdw.de

Unser Spendenkonto lautet:

Kulturstiftung DessauWörlitz
Stichwort: »Spende Joachim Ernst«
Bankverbindung: Sparkasse Wittenberg
IBAN: DE 92 8055 0101 3300 0027 01
BIC: NOLADE21WBL

Vielen herzlichen Dank im Voraus für Ihr Interesse und Ihr Engagement!
   
Top